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Alpencross 2005 - Von Oberstdorf zum Gardasee Juli 2005 - mein allererster Alpencross. Ich hatte zwar für das Jahr im September schon eine Tour geplant, aber als Johannes mich fragte, ob ich nicht mitkommen will, hab ich nicht lange zu überlegen gebraucht ... da ich gerade eh Zeit hatte und sowas schon immer mal machen wollte, begab ich mich also vertrauensvoll in Johannes Hände und fuhr einfach mal mit. Diese Tour hat die folgenden 7 Etappen:
Die Tour ist eigentlich einer der absoluten Klassiker für Alpencrosser. Sie hat 7 gut zu schaffende Etappen ... leider nur mit einem recht hohen Schiebeanteil (zumindest für uns). Variationsmöglichkeiten gibt es zuhauf - einfach mal googeln. Und es geht los... Karten Für das Gebiet dieser Tour sind folgende Karten relevant:
Hinweis: Natürlich habe ich nicht das gesamte Program aller Herausgeber katalogisiert. Deswegen ist die Liste evtl nicht vollständig und es fehlt die eine oder andere Karte. Und es kann selbstverständlich auch vorkommen, dass man - wegen Überschneidung im Blattschnitt - mit weniger Karten auskommt! GoogleMap Die GPX-Daten dieser Tour bestehen aus 866 Punkten. Bei großen Touren werden aus performance-Gründen nicht alle Punkte in GoogleMap angezeigt! Ich hatte damals noch kein GPS-Gerät - deshalb ist der track zu dieser Tour "handgezeichnet". Um die Positionsdaten anzuzeigen, einfach mit dem cursor über das Höhenprofil fahren. Hier gibt es Infos zu allen waypoints dieser Tour: Waypoinlist |
Tour Datum: 22/07/2005 Besucher heute : 1
gestern : 5
gesamt : 720 seit 09.2009
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Touren in der Nähe
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Beschreibung Hier die Beschreibung der einzelnen Etappen |
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Etappe 1: Oberstdorf - Schrofenpass - Lech - Freiburger Hütte* ⇒48km; ∠1557Hm |
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...7:00 in der früh am Münchner Hauptbahnhof. Schon einiges los um die Uhrzeit und wir sind nicht die einzigen Radler, die den Zug nach Oberstdorf besteigen. Johannes, Jörg und ich natürlich mit der nötigen Aufregung vor dem großen Ereignis ... es stellen sich existenzielle Fragen: Wie kriegen wir sämtliche Karten in Johannes' Rucksack ohne daß er es bemerkt? Welches meiner vielen Ausrüstungsgegenstände kann ich hier im Zug einfach liegen lassen? Was haben wir vergessen? Und natürlich für einen Schönwettersportler wie mich das wichtigste: wie wird nur das mistige Wetter? Die Wettervorhersage meinte, es schaut nicht allzu gut aus. Von Oberstdorf geht es dann nach einem kurzen Andi-Heckmeyer-Gedächtnis-Stop vor seinem Laden in Richtung Süden zum Schrofenpass. Bis zur Talstation der Materialseilbahn der Mindelheimer Hütte ist alles eigentlich Schotterweg. Dann machten wir erste Bekanntschaft mit der Disziplin "Radl tragen" ... sollte ja nicht die letzte sein. Von dort geht es über die recht sumpfigen Wiesen schiebenderweise bis zum Start des Steigs rauf zum Schrofenpass. Ab da dann mehr tragend als schiebend für ca. 2km bis rauf auf 1700m zum Schrofenpass. Hinter dem Schrofenpass endlich wieder auf's Rad. Jörg stürzt sich mutig den Holpertrail runter in Richtung Warth. Der Weg ist übersät mit Kuhscheisse und zudem noch recht nass. Wir schlittern mehr runter als dass wir fahren. Johannes bleibt erst mal stehen, um die lieben Tierchen zu fotografieren. Mir soll's recht sein, dann hab ich ein bisschen Zeit zum Verschnaufen. Dann über Warth und Lech das Zuger Tal rauf zur Freiburger Hütte am Formalinsee. Dieser Abschnitt ist reichlich unspektakulär, denn es geht nur auf Asphalt rauf bis fast zur Hütte. Aber es war schon ein komisches Gefühl überall dort, wo man sonst nur im Winter bei haufenweise Schnee ist, mal mit dem Radl im Sommer durchzukommen.
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Etappe 2: Freiburger Hütte - Dalaas - Kristberg - Silbertal - Heilbronner Hütte* ⇒38km; ∠1866Hm |
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Von der Freiburger Hütte geht es am nächsten Morgen auf einem für mich ziemlich anspruchsvollen trail senkrecht nach unten ... jedenfalls mit mir. In einer Kurve am Hang bekomme ich dieselbe nicht mehr und fahre geradeaus die Böschung runter. Bei mir ist - gottseidank - alles heil ... aber das Radl hat es doch recht übel mitgenommen. Die Felge steht etwas unnatürlich umgebogen in der Gegend rum und schleift an der Gabel (hic!). Nur nichts anmerken lassen, denn Johannes und Jörg stehen schon etwas ungeduldig etwas weiter unten und schauen, was mich da so lange aufhält ... das ganze wird notdürftig hingebogen, denn einen Radlladen gibt es hier in der Nähe nicht wirklich. Auch egal, denn ab Dalaas geht es eh nur noch bergauf. Dann über den Kristbergsattel und am Haasahüsli vorbei das Silbertal hoch durch das Verwall bis zur Heilbronner Hütte zieht es sich ganz schon lange hin. Natürlich darf auch wieder geschoben werden. Warum auch nicht - wer hatte denn gesagt, dass wir über die Alpen radeln? Aber immerhin kann ich bergauf meine "verlorene" Zeit wieder gut machen. Es geht stetig holprig leicht bergauf über die Wiesen bis zum Langsee kurz vor dem Silbertaler Winterjöchl. Dann heisst es rechts ins Verwalltal abbiegen und noch das letzte Stück bis rauf zum Verbelliner Winterjöchl kurbeln. Hier am Scheidsee ist alles mittlerweile dick im Nebel und von der tollen Aussicht hat man nicht mehr viel. Im Gegenteil: wir sind in der Suppe noch kurz vom Weg abgekommen und haben uns komplett verlaufen. Als wir endlich obenan der Heilbronner Hütte aufschlagen, sind wir alle bratfertig.
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Etappe 3: Heilbronner Hütte* - Galtür - Ischgl - Heidelberger Hütte ⇒36km; ∠957Hm |
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Von der Heilbronner Hütte geht es zuerst im Sturzflug auf Schotter wieder bergab in Richtung Silvretta/Galtür. Aber zumindest kann man auf dem Forstweg ohne Vorderbremse fahren. Ab Galtür dann auf dem Radweg neben der Strasse bis runter nach Ischgl. In Ischgl treffen wir dann auf den Rest der Truppe - Racing Ralph und Koschi, die erst hier einsteigen. In Ischgl ist dann auch endlich eine Gelegenheit meine Felge auszutauschen ... Gottseidank bekomme ich ohne Probleme im ersten Radladen Ersatz. Dann geht es zuerst den mördersteilen Anstieg in Ischgl in Richtung Bodenalpe rauf ... ich bin das Ding im Winter schon öfter auf Skiern runtergekommen ... da kam mir das nie "steil" vor! Weiter geht es dann gemütlicher das Fimbachtal rauf über die österreichisch/schweizerische Grenze bis zur Heidelberger Hütte. Drei Tage haben wir schon mal rum und ich bin pfennig-stolz: immerhin bin ich schon mal von Deutschland quer durch Österreich bis in die Schweiz geradelt. Den restlichen Klaks schaff ich jetzt auch noch... oder?
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Etappe 4: Heidelberger Hütte - Fimberpass* - Sur En - Val d'Uina - Sesvenna - Glurns ⇒46km; ∠1450Hm |
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Yippie - endlich wieder schieben. Es geht im Morgengrauen bei Nebel in Richtung Osten rauf zum Fimberpass (oder Fimbapass?) ... angeblich soll die Strecke legendär sein. Aber das einzig legendäre ist erstmal 1h bis zum Pass schieben. Oben angekommen geht es tatsächlich ein halsbrecherischen - weil ziemlich nassen - trail runter bis Zuort. Dort noch ein Stück abseits durch die Wiesen. Der große Rest ist Forst- bzw Asphaltstrasse bis runter nach Ramosch. Im Engadin angekommen geht es rechts ein Stück auf der Strasse bis Sur En. Hier geht es rauf zum Val d'Uina. Der Anblick ist ganz schön spektakulär und ich bin mehr als happy dieses Abenteuer mit Johannes eingegangen zu sein Koschi ist wegen seinen 1.90m mittlerweile dazu übergegangen seinen Sattel bis zum Anschlag runterzufahren. Aber irgendwie muss er verpasst haben, in der unteren Stellung den Schnellspanner zuzuziehen - den unten im Vinschgau angekommen bekommt er den Sattel nicht mehr raus *grins* zu dritt hängen wir über seinem Rad und versuchen das Teil mit Gewalt rauszubekommen. Die Aktion kostet uns viel Schweiss und Koschi den letzten Nerv. Gemütlich rollen wir dann noch da letzte Stück bis Glurns, wo wir in einem netten kleinen Hotel übernachten.
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Etappe 5: Glurns - Tarscher Alm - Tarscher Pass* - Ultental - St. Gertraud ⇒57km; ∠2242Hm |
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Der Tag beginnt unspektakulär aber prächtig. Im Vinschgau ist es endlich badwarm und die Sonne scheint prächtig vom blauen Himmel. Wir lassen es erst mal rollen und nehmen die Asphaltstrecke des Vinschgauer Radweges in Richtung Meran unter die Stollen - auch ok, endlich mal radeln. Eine der fundamentalen Grundregeln beim Alpencross ist - glaube ich - nie von der geplanten Route abzuweichen ... zumindest nicht auf eine Strecke, die man überhaupt nicht kennt und von der man keine ordentliche Karte hat. Johannes bringt also die glänzende Variante über die Tarscher Alm auf ... hmmmm ... kennt keiner von uns, wir haben keine Karten, also lass es uns fahren! In Tarsch biegen wir also vom eher gemütlichen Vinschgauer Radweg in Richtung Tarscher Alm ab. Im Radladen unten in Tarsch, wo ich meine Kette noch gewechselt bekomme, hat man uns den Weg über den Tarscher Pass geraten: "...alles fahrbar bis auf ein paar Meter...". Und da kommt Grundregel 2 des Alpencross ins Spiel: "Never trust a local"! Also versuchen wir es mal - angeschlagen wie wir sind, entscheiden wir uns für die gemütlichere Variante mit dem Lift die 700Hm hoch bis zur Tarscher Alm. Ab der Tarscher Alm schieben wir dann - weil sausteil! - ca. 700Hm rauf bis zum Tarscher Pass und dahinter 400Hm wieder runter - saublöd ... wer hatte nur so eine dämliche Idee?! An der Stelle hatte ich echte Zweifel, ob ich so ein Unterfangen noch mal machen möchte. Die Entschädigung für das Gebockel war dann ein Wahnsinnstrail im Ultental der sich ab dem Weiberhimmel über St.Moritz nach St.Nikolaus immer am Hang entlang bis St. Gertrud zieht. Das Ultental fand ich landschaftlich mit am beeindruckensten - da muss ich nochmal hin ... evtl mal zum skitouren. Fazit: den Tarscher Pass kann man imho getrost knicken! Besser über die Naturnser Alm (de gaht auch ein List rauf) oder Vigiljoch und dann Weg 9/1 bis St.Walburg im Ultental!
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Etappe 6: St. Gertraud - Rabijoch* - Male - Passo del Fraine - Andalo ⇒68km; ∠2573Hm |
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Wir sind alle ziemlich platt vom Vortag. Dabei könnte man heute etwas Reserve gut gebrauchen. Zum Rabbijoch geht es vom Ultental zuerst einen gut fahrbaren Schotterweg hoch ... aber irgendwann sagt der gute Menschenverstand, dass man mit schieben doch schneller ist. Ausserdem können wir das mittlerweile auch ganz gut bei der vielen Übung. Und was ist schon 1h schieben??? Immerhin lohnt es sich diesmal - vom Rabbijoch geht es einen wilden Wanderweg runter (sag noch mal einer, dass MTBer keine Erossionsschäden machen .. der Wanderweg sieht grusig aus, obwohl er erst vor kurzen aufwendig renoviert wurde - na ja, umweltschonend ist was anderes). In Male streiken Johannes, Jörg und ich kurzerhand und entschliessen uns, mit dem Taxi weiter bis Andalo zu fahren. Nur Koschi und Ralph haben noch Körner für den Rest der Strecke bis Andalo. Wir bleiben in einer Eisdiele sitzen und harren der Dinge, die da kommen. Ich zieh erst mal die Schuhe aus, um meine Abneigung gegen eventuelles Weiterradeln zu dokumentieren. Als langsam um mich rum die Fliegen tot von den Wänden fallen, wird mir eins klar: nie wieder eine Tour ohne Socken fahren! Ich hatte - "um Gewicht zu optimieren" - auf Socken verzichtet ... keine gute Idee, denn meine Füße stanken wie tote Tiere. Johannes warf mir ein paar betretene Blicke zu und verzog sich mit seinem Eis an die andere Ecke der Terrasse. Na egal, wir sind ja bald da. Apropos Andalo: wenn ihr könnt dann meidet dieses Kaff! Das Durchschnittsalter hier beträgt ca. 237 Jahre ... an einem regnerischen Tag, sonst liegt es sicher noch höher.
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Etappe 7: Andalo - Monte Gazza* - San Giovanni - Ranzo - Arco - Riva ⇒48km; ∠855Hm |
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Der letzte Tag: von Andalo geht es über das Adamello-Gebiet hoch in Richtung Monte Gazza und weiter zum Passo St. Giovanni - absolut empfehlenswert die Route wenn acuh in Stuecken etwas nervig mit dem vielen Gegenanstiegen. Leider ist die Sicht morgens noch nicht so gut, dass man den Blick auf die Brenta Gruppe wirklich hätte geniessen könnte. Der Blick vom Passo St. Giovanni (übrigens der einzige Pass auf der Route den wir komplett haben fahren können!) versöhnt mit der ganzen Plackerei ... unten liegt Arco und ganz hinten kann man den Gardasee schon riechen. Doch zuerst noch die Superabfahrt über Ranzo runter nach Sarce - jetzt kann man es voll laufen lassen. Ab Sarce heisst es nur noch auskurbeln ... über Arco geht es nach Riva wo uns ein (oder 2) kühle Bier erwarten. Als wir die ausgetrunken hatten, war bei Johannes die Luft raus .. wörtlich: snake bite! Fazit: WAHNSINN! War bestimmt nicht das letzte mal!
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Kommentare Alle Kommentare zu dieser Tour
Neugier!
Prima Strecke über St Walburg
Ich bin am überlegen, für 2010 den Tarscher Pass einzubauen, aber Dein Bericht ist ja nicht gerade ermutigend....
Prima Einstimmung für die erstze eigene Tour, danke!
Hallo,
Hört sich sehr interessant an - auch wenn das Thema "Tragestrecken" schon ein wenig Überwindung kostet ... noch ein Wort zu dem Thema "Tragestrecken": das war mein erster AX und ich war auch nicht besonders fit .. heute wuerde ich sicher groessere Stuecke fahren als damals. Ausserdem muss man halt, wenn man im Hochgebirge radelt, damit rechnen auch mal 1-2h zu laufen .. ist ja nicht weiter schlimm, ausser man hat die Stoeckelschuhe an
sieht ganz gut aus...
Sieht gut aus dieser Alpencross.Werde ich bestimmt für die Planunf meimes Alpencross dieses Jahr verwenden.
Hinweise zu den downloads: vw - vielen Dank für das feedback! der bug beim kml ist jetzt gefixt! Beim gpx-Format war das Problem die Umlaute ("Hütte") ... auch das ist jetzt gelöst.
sieht interessant aus - mehr weiss ich erst nach dem Urlaub. kann ich jetzt zum download?
Tolle Seite mit tollen Bildern.
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