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GrappaCross 2010 - Von Rovereto zum M.Grappa Geplant war diese Tour für Juni 2010 - Alpencross mal ein bisschen anders! Diesmal eine Tour im absolut sonst so besch#&$@ verregneten Frühsommer 2010, als die Pässe am Alpenhauptkamm teils noch tief unter Schnee gelegen haben. Sämtliche andere Ideen von rund um den Mont Blanc oder quer durchs Tessin waren ins Wasser bzw den Schnee gefallen. Übrig blieb eine Runde mit geplanten 7 Tagesetappen über die Hochebene der 7 Gemeinden (Altopiano dei Sette Comuni) zwischen dem Pasubio im Trentino und dem Monte Grappa im Veneto. Aber es kam dann alles ganz anders... Grob gerechnet hatten wir uns diesmal 50km/1600Hm pro Tag vorgenommen - nur leider hatten wir unsere mieserable Kondition und die teilweise zermürbenden elendlangen Schotterauffahrten nicht einkalkuliert. Am Ende wurden aus den 7 Tagen nur 4, denn mir ging am Schluss einfach der Saft aus. Technisch ist die Tour eine Abwechslung von langen Schotterpisten und wilden Serpentinentrails zumeist auf alten Militärstraßen aus dem 1ten Weltkrieg. Das Ganze dann gewürzt mit reichlich Tunnels und vielen wilden Ausblicken an den steil abfallenden Hängen. Die Ecke bietet natürlich weniger an hochalpinem Gipfelpanorama als die bisherigen Alpencross-Touren sondern ist mehr eine Mischung aus Schwarzwald und Gardasee. Die ganze Strecke, die in großen Teilen dem Sentiero della Pace folgt, ist gespickt mit Zeugnissen der blutrünstigen Kämpfe aus dem 1.Weltkrieg denn das Altopiano dei Sette Communi war Aufmarschplatz der Österreicher, die von hier die Po-Ebene angehen wollten. Diese Tour hat die folgenden 4 Etappen:
Ähnliches/Stücke von unserer Route gibt es auch bei
Ansonsten findet man nicht wirklich viele Infos zu der Gegend - scheint alles ziemlich abseits der üblichen Routen zu liegen. Start und Ziel der Tour waren Rovereto ... da die erste Etappe hat es durchaus schon mal in sich, haben wir uns schon am Freitag abend unten getroffen und haben in einem kleinen B&B übernachtet. Karten Für das Gebiet dieser Tour sind folgende Karten relevant:
Hinweis: Natürlich habe ich nicht das gesamte Program aller Herausgeber katalogisiert. Deswegen ist die Liste evtl nicht vollständig und es fehlt die eine oder andere Karte. Und es kann selbstverständlich auch vorkommen, dass man - wegen Überschneidung im Blattschnitt - mit weniger Karten auskommt! GoogleMap Die GPX-Daten dieser Tour bestehen aus 1834 Punkten. Bei großen Touren werden aus performance-Gründen nicht alle Punkte in GoogleMap angezeigt! Um die Positionsdaten anzuzeigen, einfach mit dem cursor über das Höhenprofil fahren. Hier gibt es Infos zu allen waypoints dieser Tour: Waypoinlist Video Hier das Video zu dieser Tour... |
Tour Datum: 27/06/2010 Besucher heute : 2
gestern : 1
gesamt : 600 seit 09.2009
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Touren in der Nähe
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Beschreibung Hier die Beschreibung der einzelnen Etappen |
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Etappe 1: Rovereto - Volano - M.Finonchino* - Pso del Somme - Lago di Lavarone ⇒38km; ∠1782Hm; Θ6:20h |
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Los ging es diesmal in Rovereto (204m): Jens, Gabi und ich waren anfangs noch recht guten Mutes ... trotz komplett fehlender Vorbereitung starteten wir gut gelaunt bei strahlendem Sonnenschein in Richtung Berge. Da es von Rovereto nicht mehr groß lohnt über den Etsch-Radwegs bis Volano zu fahren, haben wir einfach für die 5km die Strasse genommen. Dann kam der erste lange - aber nicht steile - Anstieg rauf zum Monte Finonchino (1580m). Hier stellten sich bei uns langsam die ersten Zweifel ein: würden wir das dieses Jahr wirklich schaffen? Irgendwie fühlte sich der Popsch wunder und die Beine müder an als sonst... Die Auffahrt zog sich hin obwohl es eigentlich zu 3/4 nur Asphalt war. Oben dann ein Stück noch über Schotter ... doch zu dem Thema später noch mehr Ab Serrada hatten wir eigentlich geplant, noch einen Abstecher über das Fort Dosso della Sommo (1670m), dann zum Passo Coe (1610m) und weiter zum Ex-Forte Cherle zu machen. Aber das hätte schnuckelige 500Hm extra bedeutet und dazu fühlten wir uns absolut nicht mehr in der Lage. Als Gabi (mal wieder) lauter wimmert als die Bremsen an seinem neuen Carbondale, stellt Jens nur lapidar fest, dass der Bremssattel vorne nicht festgeschraubt sondern nur leicht angezogen war. Hmmmm - ab und zu lohnt es sich doch, mal zu schaun, auf was man so eine Tour denn fährt Also steuerten wir von Serrada über die Strasse nach Folgaria und weiter über den Pso del Somme (1343m) nach Carbonare (1074m). Von hier dann über einen kleinen netten trail (natürlich zumeist bergauf) noch ein kleines Stück weiter nach Chiesa am Lago di Lavarone (1114m). Wir waren ordentlich gar für den ersten Tag und recht froh, es zumindest bis hierher geschafft zu haben. Den Rest des Nachmittags brachten wir dann damit zu, die Etappe für den nächsten Tag so umzuplanen, dass wir garantiert um 16:00 entspannt vor dem Fernseher sitzen konnten, um das Spiel Deutschland-England sehen zu können. Man muss ja Prioritäten setzen können...
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Etappe 2: Lago Lavarone - Forte Belvedere - M.Ortigara* - Alb.Marcesina ⇒52km; ∠1614Hm; Θ7:60h |
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Was für ein Tag! Wir hatten uns für den Tag vorgenommen, den Monte Ortigara zu überqueren. Die Etappe ist (in Gegenrichtung) eine der "Normal-Etappen" bei vielen AX-Routen. Sollte also zu schaffen sein - dachte ich. Von Chiesa ging es erst mal zum Fort Belvedere/Gschwendt mit seinem tollen Ausblick runter ins Val d’Astico und nach Lusern (die südlichste deutschen Sprachinsel). Dabei geht es aber dauernd 50m rauf und 20m wieder runter - Schwarzwald-feeling pur ... aber zermürbend, wenn man weiss, dass man noch 1500Hm vor sich hat und um 16:00 das Spiel anfängt Also weiter auf der nun endlich stetig bergan steigenden Strasse in Richtung Malga Menazzo (1780m). Hier geht es wieder 200 sauer verdiente Höhenmeter runter bis zur Malga Larici di sotto (1600m). 12:00 und wir mussten einfach mittag machen. 12:30 und weiter rauf zur Boccetta Portule (1870m), die wir 13:30 endlich erreichten. Gabi hatte schon Schaum vor dem Mund und es war uns allen nicht sonderlich Motivation, dass wir hier wieder 200Hm runter mussten. Absoluter Kaugummi bis dahin. Bei Ikea hätte man das nicht “Weg” sondern “Bälle-Bad” genannt: 20cm tiefer loser Schotter, der selbst schieben zur Qual macht ... auch wenn es dabei nicht besonders steil war. 15:00 endlich am Bivio Italia (2065m). Ab da geht es nur noch bergab aber es sind immer noch 20km bis zum nächsten Fernseher. Das wird knapp. Also runtergebügelt was geht. Und das auf demselben Schotter den wir rauf hatten. Auf dem kurzen Stück Asphalt zwischendrin brechen wir alle Rekorde und überholen 2 Autos bevor wir wieder links ab in die Schotterbotanik springen. 15:50 Rif Barricata - wir fahren weiter. 16:05 Albergo Marcesina - geschafft. Der TV läuft, wir bekommen Bier, ein Zimmer und eine Schnitzelsemmel vom feinsten und 3min später schießt Klose das 1:0 Fazit: auch wenn hier alles mehr nach Schwarzwald als nach Alpen ausschaut - der Berg hat es in sich!
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Etappe 3: Alb Marcesina - Enego - Lago di Corlo - Rif Forceletto* ⇒47km; ∠1527Hm; Θ6:30h |
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Der dritte Tag begann mit Übel .. wortwörtlich, denn Gabi hatte es am Magen erwischt. Das Albergo Marcesina (superfreundlich und perfekter Service!!) war daran sicherlich weniger Schuld als die Anstrengung des Tages davor. Gabi entschloss sich, uns alleine weiter fahren zu lassen und trat den geordneten Rückzug ins Valsugana an - schade, aber sicherlich sinnvoll. Jens und ich radelten also weiter. Zuerst über Feld, Wald und Wiesen und dann auf Asphalt über den harmlosen Colle del Lupo in Richtung Enego. Kurz vorher biegt man auf ca. 1250m auf den Wanderweg W868 links ab. Dann kommen ca. 500Hm wilder steiler Schotter bis runter nach Enego (780m). Die Inuit haben angeblich 42 Worte für Schnee ... auf dem Altopiano gibt es sicher genauso eine Spachvielfalt für Schotter - da war von festerem, kieselgroßen Kleinschotter über LKW-Nothaltebuchtenschotter und einfaches normales loses Geröll bis hin zu kindskopfgroßem Prügelschotter einfach alles dabei! Ab Enego sind wir dann völlig durchgeschüttelt und mit losen Plomben auf die Strasse ausgewichen und den Rest auf Asphalt bis runter zum Talboden des Valsugana (240m) gerollt. Unten angekommen ging es dann ca. 10km Asphalt zuerst auf dem Radweg, dann 200m auf der Schnellstrasse und wieder auf einer kleinen Nebenstrasse mit einer kleinen Zwischensteigung (200Hm) bis zum südlichen Ende des Lago del Corlo (270m) nach Rocco. Hier hiess es dann nochmal am Brunnen das Wasser auffüllen und die 8km/1000Hm auf einem alten Schottersträßchen zum M.Cismon (1200m) hochkurbeln - anfangs mit 15% später dann mit 10% Steigung. Uns hat das Stück ziemlich den Rest gegeben - ich war selten so fertig, wie da als wir oben an der Strasse rauskamen! Jens und ich waren uns schnell darüber klar, dass wir das geplante Etappenziel in Bassano heute nicht mehr erreichen würden. Weiter ging es also zwar auf Asphalt aber mit nicht wesentlich weniger Steigung bis zum Rif Forcelletto (1390m), wo wir tot vom Rad fielen und uns nur noch in die Liegestühle fläzten.
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Etappe 4: Rif Forceletto - Monte Grappa* - Bassano del Grappa ⇒39km; ∠1015Hm; Θ5:20h |
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Der Rest des letzten Tages... eigentlich hatten wir diese Stück noch am 3ten Tag geplant gehabt: so kann man sich vertun! Vom Rifugio Foreceletto ging es nochmal 400Hm rauf bis zum Monte Grappa (1700m) - natürlich nicht ohne nochmal 100Hm dazwischen wieder runter zu gehen. Oben war an dem Tag um 8:30 morgens kein Mensch, was die ganze Szenerie noch unwirklicher gemacht hat. Es waberten die Nebelschwaden über uns und Jens und ich waren gespannt auf den trail, den wir uns schon in den wildesten Farben ausgemalt hatten. Das highlight der Tour sollte dann die Abfahrt vom Monte Grappa runter in die Ebene sein. Zuerst ging es aber mal 200Hm schiebend auf dem W151 runter in Richtung Strasse. Erst im unteren Teil konnten wir wieder fahren. dann über eine Schotterstrasse runter zum W152. Das ist ein alter schmaler Kriegsweg vorbei am M.Boccaor (1530m) immer oben am Hang entlang. Leider geht es in unserer Richtung nochmal 200Hm rauf, ansonsten waere es ein Spass gewesen das Stück zu fahren obowhl es schon extrem ausgesetzt ist ... jedenfalls wenn man - wie Jens - mit Höhenangst ziemlich zu kämpfen hat. Rechts geht es uneinsehbar tief senkrecht die Felswand runter und die wabernden Nebelschwaden taten ein übriges dazu, die rechte Stimmung aufkommen zu lassen. Wir hatten uns 2 Möglichkeiten offen gelassen, uns final den Abhang runterzustürzen: entweder den Weg 153, ein handtuchbreiter trail, ausgesetzt und sehr spektakulär mit Spitzkehren, Tunnels und allem was man braucht bis runter in die Ebene nach S.Liberale, oder aber 500m weiter kurz vor der Malga Vedetta (1450m) etwas leichter über den Weg 155 Salto della capra (Ziegensprung) bis runter zur Strasse nach S.Liberale (600m) ... angesichts von Jens' Flatterbeinen und meiner miesen Verfassung fiel uns die Wahl da nicht schwer! Wir nahmen den 155er und haben uns von oben bis unten gefreut So - und nun war die Stunde der Wahrheit: ich wollte - und konnte - nicht weiter. Mir hat es gereicht! Eigentlich hatten wir ja noch geplant über Rubio/Asiago/Monte Cengio/Arsiero/Cima Valbona/Monte Maggio/Pasubio noch 3 Tage dranzuhängen ... aber durch den Tag gestern war der Plan eh hinfällig (wen es interessiert der soll bescheid sagen: der kann gerne die geplante Originalroute von mir bekommen). War mir auch egal, denn ich hatte einfach keinen Bock mehr noch 2 oder 3 Tage weiter auf dem Radl zu sitzen. Habe fertig, Flasche leer! Irgendwie konnte ich Jens überzeugen, uns in den Zug zu setzen und zurück nach Trento zu fahren. Dort sind wir dann aber nochmals auf Radl gestiegen und haben die letzten 30km bei fiesem Gegenwind auf dem Etscheradweg zurück nach Rovereto gemacht. Fazit: beim nächsten Mal bereite ich mich besser vor - ich war ein viel zu untrainiert für so eine Tour. Dazu kam noch, dass die Etappen mehr als anspruchsvoll waren. Die Länge und Hömes waren bei dem Belag von uns einfach nur knapp zu schaffen. Beim nächsten Mal gibt's was einfacheres!
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Kommentare Alle Kommentare zu dieser Tour
Hi Martin, UncleHo - danke für deine Wetter- und trailtipps ... noch eine Woche und wir kommen
Sind im September da. Danke für deine Arbeit.
interessante Alternative
Habe bisher nur einen Kurzabstecher Richtung Ortigara gemacht. Hört sich toll an. Vielen Dank für Deine Mühe
Letztes Jahr sind wir auf Deinem super geplanten Alpencross von Wörgl an den Gardasee gefahren und waren begeistert. Mit dem Grappacross haben wir auch schon geliebäugelt. Jetzt ist bei uns in der KE 29 der vielversprechende Grappacross geplant.
Hallo,ich sammle gerade infos über die Sette di communi,plane für 2010 eine Mehrtagestour.War vor 8 Jahren schon mal dort. Tolle Gegend mit viel Geschichte.
ich muss erst mal schauen, ob das für mich und meine frau zu schwer ist, aber eventuell nehmen wir diese tolle planung als schlechtwetteralternative für unseren alpencross heuer.
Danke für die Recherchen - bin kurz davor selbst in der Region mal Erfahrungen zu machen - wenn was wird meld ich mich wieder hier.
werde die Runde im Herbst mal testen
Hallo, die Tour ist ja super ausgearbeitet, ich werde mir das alles mal sehr genau angucken, ob wir die im August fahren. Auf jeden Fall hast Du den größten teil der Planungsarbeit abgenommen. Sollte es was werden mit dieser Tour, dann bekommst Du natürlich von mir eine Rückmeldung wie es war. Auf jede Fall vielen Dank!
Die Ecke wollen wir in unseren AX 2009 mit einbauen.
Klingt nach einer tollen Tour. Mai kann etwas früh sein, wenn noch mehr Schnee kommt. das wird so oder so schwierig werden mit Mai dieses Jahr .. suche schon nach Alternativen ... heul!
ende mai wird knapp.... habe kürzlich ein panoramabild vom renato vom rifugio papa bekommen, weil er so stolz auf die derzeitige schneelage ist.... da sieht man ganz viel berg, noch mehr schnee, und ganz klein ein rifugio papa... das wird in einigen passagen später juni werden, wenns normal läuft.... http://www.mtb-news.de/forum/showthread.php?p=5532958#post5532958
Das hört sich ja echt super an .. bleibt nur zu hoffen für euch, dass da im Mai nicht noch Scnee liegt
hallo nochmal !
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